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FREUNDE

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FREUNDE ist ein Programm zur Lebenskompetenzförderung in Kindertageseinrichtungen. Die ginko Stiftung für Prävention koordiniert in NRW die Ausbildung der FREUNDE-Trainer:innen. Sie bieten die FREUNDE-Basisseminare den pädagogischen Fachkräften in ihren Kreisen und Kommunen an. Das FREUNDE-Programm hat zum Ziel, die Lebenskompetenzen bereits im Vorschulalter zu stärken und beugt damit Sucht- und Gewaltentstehung vor.

Einmal pro Jahr treffen sich die FREUNDE-Trainer:innen in NRW zum Netzwerktreffen. Das Treffen bietet ihnen die Möglichkeit, sich fachlich auszutauschen, Weiterentwicklungen im Programm kennenzulernen, offene Fragen zu diskutieren und die Qualität zu sichern.

Momentan gibt es in NRW knapp 30 aktive FREUNDE-Trainer:innen.


Das Modul "Zusammenarbeit mit Eltern" wird in NRW durch die dreitägige evaluierte Fortbildung "Kita-MOVE" ersetzt.

Ausbildung Trainer:innen

3 Tage, Präventionsfachkräfte bzw. Fachkräfte aus dem Elementarbereich mit Erfahrung in der Erwachsenenbildung

 

Zielgruppe Basisschulung

Pädagogische Fachkräfte aus dem Elementarbereich

Umfang der Basisschulung

Im zweieinhalbtägigen Basisseminar erarbeiten die FREUNDE-Trainer:innen mit den Erzieher:innen die pädagogischen Vorhaben und beziehen ihre vorhandenen Erfahrungen, Kompetenzen und Methodenkenntnisse mit ein. Das sorgt für eine große Akzeptanz und Motivation bei den pädagogischen Fachkräften, das Programm im Kita-Alltag aktiv umzusetzen. Anschließende Zirkeltreffen unterstützen sie bei der nachhaltigen Implementierung.

Weitere Informationen

https://kitaprogramm-freunde.de/freunde/

Kontakt

Ruth Ndouop-Kalajian, ginko Stiftung für Prävention, Tel.: 0208 300 69-40

27.04.2026

Evaluation des FREUNDE-Programms

Frühkindliche Prävention wirkt – und sie kann nachhaltig wirken. Zu diesem Ergebnis kommt eine mehrjährige wissenschaftliche Studie der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho). Die Evaluation des Präventionsprogramms „Starke Kinder – gute Freunde“ zeigt, dass präventive Bildungsangebote in Kindertageseinrichtungen die sozialen, emotionalen und gesundheitlichen Lebenskompetenzen von Kindern wirksam stärken können.

Mehr Infos: https://katho-nrw.de/news/detailansicht/starke-kinder-fuer-eine-starke-gesellschaft

Daneben ist FREUNDE in die "Grüne Liste Prävention" als empfehlenswertes Programm aufgenommen, eingestuft mit "1 – Effektivität theoretisch gut begründet" und die Evaluationsergebnisse mit (überwiegend) positiv angegeben.

Mehr Infos: https://www.gruene-liste-praevention.de/nano.cms/datenbank/programm/11#freunde

 

02.02.2026

Ausbildung

Trainer:innen-Schulung

In der dreitägigen FREUNDE-Trainer:innen-Schulung lernen die Teilnehmer:innen das FREUNDE-Programm und seine Umsetzung kennen. Sie können nach der Schulung das FREUNDE-Basisseminar in Kitas anbieten.

 

Vertiefungsseminare

Die Gefühle-Vertiefungsseminare für ausgebildete FREUNDE-Trainer:innen nehmen die vier Grundgefühle in den Blick. In den Tagesseminaren bekommen die Teilnehmer:innen in kurzen Impulsvorträgen mehr Wissen zu den Grundgefühlen, ihren Funktionen, ihre Verortung im Nervensystem und Hilfestellungen, wie Kinder es lernen, sich selbst zu regulieren. Praktische Impulse für den Kitaalltag und Anleitung zum Erfahrungsaustausch in der Gruppe gehören ebenfalls dazu.

Viele Menschen setzen Substanzkonsum ein, um unangenehme Gefühle zu betäuben, sich abzulenken oder sich sogar selbst zu therapieren. Deshalb ist es so wichtig, bereits im Kindesalter zu lernen, wie man mit starken und herausfordernden Gefühlen und kritischen Situationen auch ohne Hilfsmittel wie Alkohol, Zigaretten, exzessive Mediennutzung oder Gewalt umgehen kann. Mit diesen Vertiefungsseminaren können FREUNDE-Trainer:innen den pädagogischen Fachkräften im Elementarbereich wertvolle und nachhaltige Unterstützung und Fachkompetenz vermitteln.

ANGST – Kinder mit ihren großen und kleinen Nöten ernst nehmen

Angst ist ein Grundgefühl und dient dem Menschen im Kern als Schutzfaktor, um das eigene Überleben zu sichern. Jedoch gibt es eine starke Tendenz, Angst zu einer generalisierten Grundhaltung dem Leben gegenüber zu machen. Dann sichert die Angst nicht mehr das Überleben, sondern wird zum Hindernis eines freudvollen Erlebens. In diesem Seminar werden wir das Gefühl der Angst genauer erforschen. Impulsvorträgen bieten Hintergrundinformationen zum Thema Kinderängste und welchen angemessenen und vertrauensvollen Umgang Fachkräfte im Zusammensein mit den Kindern in der Kita leben können.

WUT – Achtsame Begleitung von kraftvollen Gefühlen und herausfordernden Konflikten

Wut ist ein sehr starkes und kraftvolles Gefühl. Wenn das Gefühl der Wut zu groß wird, kann es sich in verletzendem Verhalten entladen. Treten diese Situationen gehäuft auf, sind Fachkräfte oft ratlos und überfordert. Der Spagat, das einzelne Kind in seiner Wut achtsam zu begleiten und gleichzeitig den Bedürfnissen der Gruppe gerecht zu werden, erscheint manchmal nicht bewältigbar. Auch der konstruktive Umgang mit der eigenen Wut kann zu einer zusätzlichen Herausforderung werden. Kinder brauchen für das Erlernen eines konstruktiven Umgangs mit der eigenen Wut vor allem Zeit und Raum und die Unterstützung und Geduld der begleitenden Fachkräfte.

TRAUER – Verluste beziehungsvoll begleiten

Trauer ist ein starkes Gefühl, das auftaucht, wenn Kinder sich von vertrauten Dingen, bekannten Umgebungen, geliebten Tieren oder Menschen verabschieden müssen. Das Gefühl der Trauer und der Tod im Besonderen ist in unserer Gesellschaft oft tabuisiert und wird daher auch im Umgang mit Kindern schnell verniedlicht oder dramatisiert, da es die Erwachsenen schnell sprach- und hilflos macht.

Um Kinder im Kitaalltag konstruktiv in ihrer Trauer zu begleiten, hilft zum einen die eigene Auseinandersetzung mit den Themen Trauer und Tod und zum anderen Wissen darüber, wie Kinder eigentlich trauern.

Freude – Glückskompetenzen im Kitaalltag stärken

Es gibt ein breites Angebot zu Fachkraftseminaren zu den eher eckigen Basisgefühlen "Angst", "Wut" und "Trauer", da diese Gefühle uns Erwachsenen aufzeigen, wenn ein Kind im Mangel ist und etwas braucht. Das Gefühl der "Freude" zeigt uns Erwachsenen hingegen, dass ein Kind zufrieden, genährt und erfüllt ist.

Betrachten Fachkräfte ihren eigenen Kitaalltag fällt ihnen oft auf, dass gerade in den letzten Jahren die eigene "Freude" und das eigene "Glück" immer weniger Raum finden. Das ist nicht nur für die Fachkräfte selbst bedauerlich, sondern hat auch nachhaltige Auswirkungen auf die Glückskompetenzen der Kinder selbst. Die Erkenntnisse der positiven Psychologie, Glücks- und Achtsamkeitsforschung helfen zu verstehen, wie Fachkräfte in der Kita Kinder konkret zu einem starken Selbstwert und Selbstbewusstsein begleiten können

Weitere Vertiefungsseminare

Die Vertiefungsseminare "Geschlechtersensible Prävention", "Kulturelle Vielfalt in der Kita", sowie "Kinder aus suchtbelasteten Familien" ergänzen das Basisseminar. Das Modul "Zusammenarbeit mit Eltern" wird in NRW durch die dreitätige evaluierte Fortbildung "Kita-MOVE" ersetzt. Kita-MOVE hat zum Ziel, die Ansprache von Eltern zu verbessern und eine gelingende Erziehungspartnerschaft zu fördern.

 

Weitere Informationen
https://kitaprogramm-freunde.de

Broschüre (PDF, 700 KB)

 

Termin für die nächste Trainer:innen-Schulung

Voraussichtlich 2028

 

Termin für das nächste Netzwerktreffen

6. Oktober 2026 Köln - gleichzeitig Update-Schulung für das überarbeitete FREUNDE-Programm.

Anmeldung: https://www.suchtgeschichte.nrw.de/Kampagne/Gesund-aufwachsen/Anmeldung/16088

 

 

Give-aways

Ausgebildete FREUNDE-Trainer:innen und FREUNDE-Kitas können die Spiegel "Zeig deine Gefühle" bestellen, die Postkarte "Gemeinsam stark" sowie die Plakate "Wir fördern Lebenskompetenzen" und "Ich bin wütend".

Bearbeitungsgebühr: jeweils 4,50 Euro pro 20 Stück.

Bestellung: bitte per E-Mail an Ruth Ndouop-Kalajian, 722E6E646F756F702D6B616C616A69616E4067696E6B6F2D7374696674756E672E6465

Kombination

Die langjährige Erfahrung zeigt: Mit der Kombination von FREUNDE und Kita-MOVE können Fachkräfte für Suchtprävention in NRW ein umfassendes und nachhaltiges Angebot für den Elementarbereich in ihren jeweiligen Kreisen und Kommunen zur Verfügung  stellen.

www.kita-move.de

19.10.2021

Praxistools

Mit viel Gefühl

Unter emotionaler Kompetenz versteht man die Fähigkeit, die eigenen Gefühle bewusst wahrzunehmen und sie zum Ausdruck zu bringen sowie sich in andere Menschen gut einfühlen zu können. In der Kita bieten sich viele Situationen und Methoden, um die Kinder im Umgang mit Gefühlen zu sensibilisieren. Dieses Praxistool ist fester Bestandteil der Basisschulung. Zwei weitere Praxistools können die Einrichtungen selber auswählen.

 

 

 

Selber-mach-Tag

Am Selber-mach-Tag bleibt vorgefertigtes Spielzeug in den Schränken und Schubladen. Kreativität und das Selbermachen stehen an diesem Tag auf dem Programm. Ideen zu entwickeln, sich mit anderen Kindern zu verständigen und Aktivitäten auszuhandeln stärkt das Selbstbewusstsein und die Kommunikationsfähigkeit der Kinder.

 

 

Ein Platz zum Streiten

Streit und Konflikte um größere und kleinere Anlässe gehören zum Alltag. Aber wie können sich Kinder an der Lösung beteiligen und lernen, Kompromisse einzugehen? Ein Platz zum Streiten kann zeigen, dass die Beteiligten Streit auch konstruktiv und respektvoll lösen können.

 

 

Inseln der Ruhe

Der Alltag ist oft hektisch und anstrengend, auch in der Kita. Für Ruhe und Entspannung fehlt da oft der Rahmen. Vorgeschriebenen Schlaf- oder Ruhezeiten lassen sich nicht immer durchsetzen oder entsprechen nicht den Bedürfnissen der Kinder. Hier gilt es, Angebote wie Ruhe-Rituale und Entspannungsübungen einzubauen und positiv zu besetzen.

 

Wildes Spiel

Viele Kinder erleben heute eine überbehütete und stark strukturierte Kindheit, die oft wenig Raum für eigenständiges Entdecken und Experimentieren lässt. Diese Einschränkungen können dazu führen, dass Kinder Schwierigkeiten haben, Risiken einzuschätzen
und mit ihnen umzugehen. Risikokompetenz bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, sich aktiv mit Risiken auseinanderzusetzen und aus ihnen zu lernen.
Deshalb ist es wichtig, dass Erwachsene Kinder ermutigen, Risiken einzugehen und sie dabei unterstützen, herausfordernde Situationen selbstständig zu bewältigen.

Beauftragter für Sucht- und Drogenfragen ist Schirmherr des FREUNDE-Programms